Workshop

Was hat ein Marmeladenglas mit Selbstfürsorge zu tun?
Manchmal sind die Umstände, Anforderungen und Herausforderungen im Alltag so groß, dass man fast vergisst, wer man ist, oder wie man sich fühlt. Man versteckt sich, wie in einem Marmeladenglas – schraubt dieses fest zu und man wird immer unsicherer weil man nicht so richtig weiß, was sich wirklich hinter diesem Schraubglas verbirgt…
Beim Tageskurs der Selbsthilfegruppe Eltern von Kindern mit Down Syndrom „EINZIGARTIG21“ aus Rottweil und Tuttlingen haben sich vergangenes Wochenende 10 Frauen getroffen und aufgetankt.
Als Eltern mit einem Kind mit Down Syndrom der Alltag zu den allgemeinen Anforderungen noch zusätzlich mit viel Aufwand verbunden. Alle sind sich einig, dass es im Gegenzug aber auch vieles unvergesslich und humorvoll ist. Oft werden jedoch die eigenen Gefühle, Wünsche und persönlichen Bedürfnisse weg gesteckt. „Fest verschlossen in einem Marmeladenglas“, sagte eine Teilnehmerin dazu.
„Sich dessen bewusst zu werden, ist der erste Schritt für Veränderung. Sich behutsam auf den Weg zu machen sich selbst kennenzulernen, sich näher zu kommen um dann auch zu schauen, was brauche ich, damit es mir besser geht, ich mit Herausforderungen besser umgehen lerne und meine Emotionen besser verstehen kann“ – das ist eines der wichtigsten Ansätze in den Kursen von Caroline Lehert.
Dazu kommen und helfen dann die praktischen und einfachen Übungen, um sich selbst im Alltag zu unterstützen. Sie sind einfach zu anzuwenden, brauchen nicht viel Zeit, sind sehr wirkungsvoll in stressigen und emotionalen Situationen oder auch als Prävention, um erst gar nicht das Fass zu Überlaufen zu bringen, bzw. in die Überforderung zu kommen. Die Selbstfürsorge soll nicht noch eine zusätzliche große „Baustelle“ in dem Leben dieser Eltern werden, sondern im Alltag mit einfließen können – jede/r so, wie es für einen selbst stimmig ist. Auch für die Kinder gab es praktische Tipps. Gemeinsam mit den Kindern kann dies zu viel Freude und Ausgeglichenheit führen. So kommt mehr Entspannung und Vitalität in das Familienleben. „Was können wir besser in der heutigen Zeit unseren Kindern vorleben und beibringen, als eine gelingende Selbstfürsorge?“ , so Caro Lehert.
Sie hat sich zur Aufgabe gemacht Eltern in besonderen Lebenslagen zu unterstützen und zu begleiten. Diese Eltern sind oft in unserer Gesellschaft kaum sichtbar. Sie laufen mit, haben aber jede Menge Herausforderungen zusätzlich zu meistern.
Caro Lehert kennt das nur all zu gut aus ihrer eigenen Biographie als Mutter mit einem Kind mit Down Syndrom. Dazu kamen in früher Kindheit noch schwere Erkrankungen und so hat auch sie damals ihre Nöte, Ängste und Sorgen fest verschlossen gehalten. Durch die Kinesiologie war es ihr dann möglich behutsam und Stück für Stück diese Zeit aufzuarbeiten und wieder Kraft und Hoffnung zu schöpfen. Auch in ihrer Familie sind die Übungen allgegenwärtig geworden. Gelebte Resilienz für mehr Lebensqualität.
Als ausgebildete begleitende Kinesiologin, Vital- und Entspannungscoach bietet sie Kurse und Einzel-Coachings an. Durch ihren Grundberuf als Sozialpädagogin bringt sie ihre Fachlichkeit in die Begleitung und Beratung mit ein. Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, Lernblockaden und Behinderungen und deren Familien sind ein Schwerpunkt ihrer Arbeit.
Schön zu sehen, dass auch in diesem Kurs die Eltern mit entspannten, fröhlichen und vitalen Gesichtern heraus gegangen sind – das zeigt, wie wertvoll und notwendig diese Zeit ist. Deshalb wurde auch schon ein zweiter Teil der Elternkursreihe entwickelt um die Nachhaltigkeit und Intensität zu gewährleisten.
Der Gesprächskreis für Familien mit Kindern mit Down – Syndrom
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